Rekonstruktion nach akuten/ frischen Verletzungen/Unfällen

Historisch stellt die Versorgung traumatischer Wunden wohl die ursprünglichste Aufgabe chirurgischen Handelns dar. Mit der Entwicklung verschiedener Anästhesieverfahren und einer wirksamen Schmerzkontrolle verlor die chirurgische Behandlung von Wunden ihr Schreckensantlitz.
Je nach der Art und den Umständen des Unfallgeschehens weisen traumatische Verletzungen unterschiedlich ausgeprägte Gewebeschädigungen auf. Man unterteilt zwischen oberflächlichen Hauterosionen bis hin zu komplexen tiefen Defekten. Für das nachfolgende Wundmanagement und den Heilungsverlauf ist der Entstehungsmechanismus von grundsätzlicher Bedeutung. Nach ihrer Entstehung, aber auch nach Tiefe und Ausdehnung des Defektes lassen sich akute Wunden in verschiedene Arten unterscheiden:
- mechanische bzw. traumatische Wunden
- thermische, radiogene und chemische Wunden
- primäre Infektionen (z. B. Abszesse und Furunkel)

Entsprechend der Entstehungsursache differieren auch Wundzustand und Heilungstendenz erheblich. Komplizierte Wunden wie beispielsweise ausgedehnte
Weichteiltraumen, offene Frakturen, schwere Quetschungen mit Décollement, Amputationstraumata sind häufig im Rahmen eines interdisziplinären Konzeptes zu therapieren.