
Laut DKFZ ist jede dreizehnte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen – ein Schicksalsschlag, der nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Selbstbild massiv beeinflussen kann. Nach einer Mastektomie fühlen sich viele Frauen körperlich unvollständig, was das Selbstbewusstsein erheblich mindern kann. Die moderne Brustrekonstruktion bietet heute vielfältige, sichere und individuell anpassbare Möglichkeiten, um die Brustform – mit Eigengewebe oder Silikon – ästhetisch und funktional wiederherzustellen.
Dr. Annett Kleinschmidt, die Spezialistin für Brustaufbau bei Frauen nach Tumorerkrankung, berät Sie vertrauensvoll zu allen Optionen – etwa zur Brustrekonstruktion mit Eigengewebe oder dem Einsatz eines Expanders. Ziel ist es, mit höchster fachlicher Expertise und Empathie einen Wiederaufbau zu ermöglichen, der sich natürlich anfühlt und aussieht – für Ihr neues Körpergefühl nach der Brust-OP.
Die Behandlung im Überblick
Bei Docure Berlin erfolgt die Brustrekonstruktion individuell angepasst – entweder direkt im Anschluss an die Mastektomie oder zu einem späteren Zeitpunkt. Je nach körperlicher Voraussetzung und Wunsch der Patientin kann der Brustwiederaufbau nach Mastektomie mit Eigengewebe, Eigenfett durch Lipofilling oder mit Silikonimplantaten erfolgen. Bei der Variante mit Eigengewebe kommen Techniken wie DIEP- oder I-Gap Lappenplastiken zum Einsatz, bei denen Gewebe z. B. aus dem Bauch oder Gesaess entnommen wird. Bei der Verwendung von Silikonimplantaten kann zur Vorbereitung ein sogenannter Expander in die Brust eingesetzt werden, der das Gewebe langsam dehnt. Ziel ist stets ein natürliches Ergebnis, das mit den körperlichen Gegebenheiten harmoniert. Der gesamte Ablauf wird im Vorfeld ausführlich besprochen und transparent geplant.
Wissenswertes zur Brustrekonstruktion
| Dauer des Beratungsgesprächs | 1 Stunde |
| Dauer der Operation | 1 - 6 Stunden |
| Narkoseart | Vollnarkose |
| Behandlung | Stationär |
| Nachsorge/Termine | Ggf. Drainagen Entsprechende Kompressionswäsche 1. postoperativer Tag Wiedervorstellung 6 Wochen kein Sport UV-Schutz |
| Entfernung der Fäden | 14. - 21. Tag |
| Gesellschaftsfähigkeit | Ab 1. - 3. Tag |
| Arbeitsunfähigkeit | 2 - 4 Wochen |
| Kosten | ab 7.500,- Euro |
| Kostenübernahme durch die Krankenkasse | möglich |
Risiken der Brustrekonstruktion
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind auch bei der Brustrekonstruktion Risiken vorhanden. Die Wahl der Methode, Vorerkrankungen sowie die körperliche Verfassung spielen hierbei eine große Rolle. Ein erfahrener plastischer Chirurg minimiert das Risiko durch präzise Planung, sterile Techniken und engmaschige Nachsorge. Dennoch möchten wir transparent auf mögliche Komplikationen hinweisen, damit Sie gut informiert sind.
Mögliche Risiken einer Brustrekonstruktion im Überblick:
Wundheilungsstörungen: Insbesondere bei der Verwendung von Eigengewebe können Durchblutungsstörungen auftreten, die den Heilungsverlauf verzögern. Es kann bis zur Nekrose (Absterben) des transplantierten Gewebes kommen In seltenen Fällen kann dies eine Nachbehandlung oder sogar einen erneuten Eingriff erforderlich machen.
- Infektionen: Insbesondere bei der Verwendung von Eigengewebe können Durchblutungsstörungen auftreten, die den Heilungsverlauf verzögern. Eine frühzeitige antibiotische Behandlung oder das Entfernen eines Implantats kann im Einzelfall notwendig sein.
- Narbenbildung: Abhängig von der individuellen Veranlagung, kann es zur Bildung von wulstigen oder verhärteten Narben kommen. Eine gezielte Narbenpflege oder – bei Bedarf – eine spätere Korrekturbehandlung kann das Erscheinungsbild deutlich verbessern.
- Gefühlsstörungen: Temporäre oder in seltenen Fällen dauerhafte Taubheitsgefühle im Brustbereich sind möglich. Diese Sensibilitätsstörungen sind meist vorübergehend, können in seltenen Fällen jedoch dauerhaft bestehen bleiben.
- Kapselfibrose (bei Implantaten): Das umliegende Gewebe kann sich verhärten, was unter Umständen zu Spannungsgefühlen oder Schmerzen führt. Dies kann Spannungsgefühle oder Schmerzen verursachen und unter Umständen eine operative Korrektur erfordern.
- Asymmetrie: Unterschiede in Form oder Lage der Brüste können nach dem Eingriff auftreten. Solche Asymmetrien lassen sich in vielen Fällen durch kleinere Korrektureingriffe ausgleichen, die bei Angleichung der Gegenseite von der Krankenkasse nicht übernommen werden.
Fragen und Antworten zur Brustrekonstruktion
FAQs vor der Behandlung
Wie kann die Brust nach einer Mastektomie wieder aufgebaut werden?
Nach einer Mastektomie gibt es drei etablierte Verfahren zum Brustaufbau: den Wiederaufbau mit Silikonimplantaten und den Brustaufbau mit Eigengewebe. Manchmal kommt ein Lipofilling mit Eigenfett in Frage. Die Auswahl hängt von mehreren Faktoren ab – darunter die körperliche Verfassung, die Hautqualität, der onkologische Behandlungsverlauf sowie individuelle Wünsche. Der Eigengewebsaufbau erfolgt überwiegend durch die Verlagerung von Gewebe vom Bauch (DIEP- oder I-Gap-Lappen), Oberschenkel oder Rücken (Latissimus-dorsi-Lappen).
Alternativ kann eine Implantatlösung mit oder ohne vorherigen Einsatz eines Expanders erfolgen, um das Gewebe schrittweise zu dehnen. Welche Methode sinnvoll ist, wird in einem ausführlichen Gespräch mit der behandelnden Fachärztin unter Berücksichtigung medizinischer Voraussetzungen und persönlicher Präferenzen entschieden.
Wann ist eine Brustrekonstruktion nach Bestrahlung möglich?
Nach einer Strahlentherapie sollte der Wiederaufbau der Brust in der Regel frühestens nach 6 bis 12 Monaten erfolgen, um die Gewebeheilung nicht zu gefährden. Eine zu frühe Rekonstruktion kann zu Wundheilungsstörungen oder unzufriedenen ästhetischen Ergebnissen führen, da bestrahlte Haut weniger elastisch und schlechter durchblutet ist. Häufig wird in diesen Fällen ein Aufbau mit Eigengewebe bevorzugt, da dieses über eine eigene Blutversorgung verfügt und besser auf die Bedingungen reagiert.
In Einzelfällen kann auch eine Kombination aus Expander und Implantat erwogen werden, jedoch ist hier das Risiko für Komplikationen erhöht. Die Entscheidung wird stets individuell getroffen und hängt stark vom Zustand des Gewebes sowie vom Gesamtverlauf der Krebsbehandlung ab.
Wann erfolgt eine Brustrekonstruktion?
Die Brustrekonstruktion kann entweder sofort im Rahmen der Tumoroperation (primär) oder zeitlich versetzt (sekundär) vorgenommen werden. Die primäre Rekonstruktion erfolgt direkt nach der Brustentfernung und kann psychisch entlastend wirken, da kein “brustloser” Zeitraum entsteht. Eine sekundäre Rekonstruktion erfolgt hingegen meist einige Monate bis Jahre nach Abschluss aller onkologischen Therapien – insbesondere dann, wenn zunächst keine Rekonstruktion gewünscht war oder Bestrahlung notwendig war. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die individuell im Kontext der Tumorart, der Behandlung und des allgemeinen Gesundheitszustandes abgewogen werden müssen. Ein persönliches Beratungsgespräch ist essenziell für eine fundierte Entscheidung.
Was muss vor der Brustrekonstruktion unbedingt beachtet werden?
Vor einer Brustrekonstruktion ist eine sorgfältige medizinische Vorbereitung notwendig. Dazu zählen aktuelle bildgebende Verfahren (MRT, Mammografie, Ultraschall), die Besprechung der onkologischen Vorgeschichte sowie eine körperliche Untersuchung zur Beurteilung von Hautqualität und möglichem Spendergewebe. Blutverdünnende Medikamente müssen je nach ärztlicher Anweisung pausiert werden, Rauchen sollte mindestens 4 Wochen vor dem Eingriff eingestellt werden, um die Wundheilung nicht zu beeinträchtigen. Auch die postoperative Versorgung (z. B. Kompressions-BH, häusliche Unterstützung) sollte vorab organisiert sein. Die behandelnde Ärztin klärt Sie im Beratungsgespräch umfassend über alle Schritte und Anforderungen auf.
FAQs nach der Behandlung
Was muss nach der Brustrekonstruktion unbedingt beachtet werden?
Nach der Brustrekonstruktion gelten klare Regeln zur Schonung: In den ersten 6 Wochen dürfen keine schweren Lasten getragen oder Sportarten ausgeübt werden. Ein medizinischer Kompressions-BH ist rund um die Uhr zu tragen, um Schwellungen zu reduzieren und die Form zu stabilisieren. Drainagen werden größtenteils nach bis spätestens zwischen 2 und 10 Tagen nach der OP entfernt, regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind unerlässlich. Narbenpflege und UV-Schutz unterstützen ein gutes Langzeitergebnis. Die behandelnde Ärztin gibt Ihnen einen individuellen Nachsorgeplan mit allen relevanten Maßnahmen an die Hand.
Wie lange ist man krank nach einem Brustaufbau?
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer Brustrekonstruktion hängt stark von der OP-Methode und dem körperlichen Zustand der Patientin ab. Bei einer Rekonstruktion mit Silikonimplantaten beträgt die Heilungszeit in der Regel etwa 3 bis 4 Wochen. Bei aufwendigeren Eigengewebsverfahren kann die Erholungszeit 4 bis 6 Wochen oder länger betragen. Entscheidend ist die Art der beruflichen Tätigkeit – bei körperlich anstrengender Arbeit kann die Krankschreibung verlängert werden. Die genaue Dauer wird individuell festgelegt und orientiert sich am Heilungsverlauf sowie den ärztlichen Empfehlungen.
Wie sehen die Brüste nach der Rekonstruktion aus?
Das Aussehen der rekonstruierten Brust kann nie vollständig mit der natürlichen Brust identisch sein, doch moderne Techniken ermöglichen ein harmonisches, ästhetisches Ergebnis. Bei Implantatlösungen wirkt die Brust meist fester und symmetrischer, bei Eigengewebe natürlicher in Form und Haptik. Die Form verändert sich in den ersten Monaten noch durch Rückgang der Schwellung und Narbenheilung. Eine Anpassung der Gegenseite zur Symmetrie (z. B. Straffung oder Verkleinerung) kann im Verlauf medizinisch sinnvoll und ästhetisch wünschenswert sein und ist leider nicht im Gegenstandskatalog der Leistungspflicht der deutschen Krankenkassen. Die realistischen Erwartungen werden im Beratungsgespräch erläutert.




